Anwesend: Goldfische schwimmend in einem kugelförmigen Glasgefäss (Automat).
Entschuldigt: Aquarium
Erinnern Sie sich noch an den Moment der Kindheit?
Ein Kaugummiautomat hing an der Hauswand,
stand in den Kinos auch, die Augen gross, die Münzen klein.
Bunte Kugeln lockten durch die Plastikscheibe
den Inhalt kauend zu erobern.
Münze in den Schlitz, Hebel drehen rechts herum.
Ein Klicken, Fallen und das bunte Rund lag in der Hand.
Kaum berührt, schon auf dem Weg zum Mund,
der Moment, auf den man auf der Strasse hoffte, war Erfüllung.
Nun stellen Sie sich vor, durch diese Scheibe sichtbar: Goldfische!
Schwimmend im Gefäss, das Wasser klar, die Runden klein.
Ein Blick durchs Fenster lässt erkennen: kein Entrinnen,
stattdessen geht es mit den Schwimmgenossen stur im Kreis herum.
Wie ein Kreisel ohne Unterlass, mit welcher Perspektive?
Revolution im Glas, das Gehäuse sprengen?
Weiter Runden drehen wie im Sechstagerennen?
Meditieren? Kiemen heben, senken, bis die Augen trübe werden?
„Die Hölle, das sind die Anderen“ proklamieren?
Fontänen zaubern beim Synchronschwimm-Training für Olympia?
Pläne schmieden für das Steuern eines Unterwasser-Fahrzeugs?
Oder darauf hoffen, dass es einen Ausstieg gibt:
Münze in den Schlitz, Hebel drehen rechtsherum.
Ein Klicken, Fallen und der Goldfisch nimmt die Rutschbahn –
hinein ins Mittelmeer-Vergnügen.
Pendenz: Spenden sammeln für Goldfische.