Anwesend: Frau, Mann, Lebensentwürfe
Abwesend: Gemeinsame Zukunft

Der Teppich wurde ausgerollt,
bunt und vielversprechend
auf dem Parkett.

Auf ihm ging sie
nach dem Muster,
gewebt von Mannes Hand,
fadenführend.

Scheinbar leicht und aufgehoben
schien die Meterware
ein Versuch hoffnungsvoller Zweisamkeit.

Lebensträume, Tatendrang und Sehnsucht
webten ihre Spuren ins Gewebe.

Eine Fährtenkarte,
fein verflochten,
lesbar im Massstab 1 : 35 000.

Deutlich fühlbar:

eine Scheinidylle
von begrenzter Haltbarkeit.

Die Strapazierfähigkeit war erschöpft.

Ein Zwiespalt,
wie sich lösende Fäden,
tat sich auf
zwischen den gewebten Reihen –
auf der Suche nach Wahrhaftigkeit im Doppel.

Folgerichtig.

Schlussendlich.

Bevor der Teppich
von Mannes Hand
eingerollt wurde,

stieg sie auf
aus Garn und Faden.

Pendenz:
Sie malt sich ein Leben aus
mit jemandem,
dessen Namen sie noch nicht kennt.